Donnerstag, 02. April | 18:00 Uhr

>> findet online als Live-Talk statt

Text, Regie, Produktion LIGNA (Ole Frahm, Michael Hueners, Torsten Michaelsen) Stimmen Mareike Hein, Samuel Weiß, Matti Krause, Günter Reznicek und ein Chor des Gängeviertels

Hamburg ist eine Stadt ohne Erinnerung. Bis auf das besetzte Gängeviertel sind in der Innenstadt nahezu alle älteren Häuser abgerissen worden. An Orten wie der ehemaligen Gestapo-Zentrale an der Stadthausbrücke sind bis heute die Stimmen der Verfolgten und Ermordeten unhörbar. Stattdessen wird dort eine weitere Einkaufspassage eröffnet.

SCHAFFT ZWEI, DREI, VIELE GÄNGE! lädt zu einem Gang in diese unheimliche Hamburger Vergangenheit. Auf den Straßen mischen sich die Stimmen aus den Archiven: Zeitzeugen der Swing-Jugend, jüdische und kommunistische Stimmen, die in den Gängen der Neustadt verhaftet und in das Gestapo-Hauptquartier verbracht wurden. Literarische Reflexionen und Zeitungsmeldungen über das verrufene Gängeviertel. Das Publikum besucht zerstörte Synagogen, an die keine Gedenktafeln erinnern, belebt die abgerissenen, ehemals kommunistischen Gänge wieder und befragt die städtebauliche Gegenwart. Wie sieht die Zukunft in einer Stadt ohne Erinnerung aus?

Ermöglicht durch die Wiederaufnahme- und Gastspiel-Förderung des Dachverbands freie darstellende Künste Hamburg, im Auftrag der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Kultur und Medien.

LIGNA besteht aus den Medientheoretikern und Performance-Künstlern Ole Frahm, Michael Hueners und Torsten Michaelsen. Allen Arbeiten von LIGNA ist gemein, dass sie ihr Publikum als zerstreutes Kollektiv von Produzent*innen begreifen. In temporären Assoziationen kann es unvorhersehbare, unkontrollierbare Effekte hervorbringen, die die Ordnung des jeweiligen Raumes herausfordern. Die Arbeiten von LIGNA wurden mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.

SCHAUFENSTER

Klug und erratisch, theoretisch und bodywise, ornamental und nackt, anarchistisch und grenzenlos, kollektiv und ohne fixes Zentrum + ein Schritt auf die offene Bühne, zwei Schritte in die richtige Richtung, drei im Kreis und viele Bewegungen um (nicht nur) theatrale Wunsch-Welten herum = viele Neins, drei Jas, die JAJAJAs.