LUSCO FUSCO

8.4. // Saskia Menges

Polly, 6 Jahre, sagt mir auf meine Nachfrage: „Ich fand den Tanz schön.“  Nach dem Tanz Theater Lusco Fusco von Choreographin Regina Rossi tummeln sich im Foyer des Fundus Theater kleine Menschen. Und ich versuche zu erfahren, wie ihnen das gezeigte Stück gefallen hat. Denn es sind die Kinder, für die das fantasievolle Stück konzipiert wurde. Auf der Bühne bewegten sich zuvor gut eine Dreiviertelstunde lang zwei Tänzerinnen zu sphärischen Melodien, spielten mit Bewegungen, komischen Geschichten und vor allem: weißen Bohnen. Es waren Träumereien, die die Kinder oft zum Lachen brachten, während die anwesenden Erwachsenen eher still die Tänze genossen hatten. Das ungezwungene, oft unerwartete Kinderlachen zwischen drin war ein schöne Ergänzung zu den ausdrucksstarken und vielfältigen Bewegungsabläufen, die mal gruselige Monster zeigten oder anmutig den Raum einnahmen. Im Anschluss waren alle Gäste noch zum Special Brot und _ eingeladen. Ein Abendsbrotstisch der das Publikum zu Gesprächen einlud, auch die Kinder. Neben mir regte sich die Stimme einer erwachsenen Person, die zu meinen Versuchen, die Kinder zu interviewen meinte: „Kinder sagen in solchen Situationen sowieso nur das, was von Ihnen erwartet wird. Sie sind sehr sensibel für Erwartungshaltungen der Erwachsenen und würden jetzt nicht sagen, dass es ihnen nicht gefallen hat.“ Für mich ist demnach wohl kein wirklicher Einblick in das Gemüt eines Kindes hier möglich. Fast nicht zu glauben, wenn ich in die Augen eines Mädchens blicke, was sich, mir gegenübersitzend, gerade genüsslich eine Salzstange einverleibt. Meine vorherige Frage: „Hat dir das Stück gefallen?“ hatte sie elegant mit einem Augenaufschlag ignoriert und sich dann weiter mit dem herrlich gedeckten Tisch befasst. Ich glaube ja, dass Erwachsene meistens unrecht haben und sage nichts weiter dazu, sondern genehmige mir eine Salzstange. „Hm – Willst du auch eine?“